Wenn Licht Wurzeln schlägt
Nachhaltigkeit soll bei Lightnet kein Konzept bleiben, sondern zum Erlebnis werden. Deshalb unterstützt das Unternehmen ein von Wohllebens Waldakademie initiiertes Urwaldschutzprojekt, das 643 Quadratmeter naturnahen Wald für mindestens fünfzig Jahre ohne forstliche Nutzung schützt. Keine Forstwirtschaft, keine Eingriffe. Nur Zeit, Ruhe und Regeneration.
Lightnet lud seine Mitarbeitenden dazu ein, diesen Gedanken selbst zu erleben. Nach einem eindrucksvollen Vortrag von Peter ging es hinein in den Wald. Zwischen Moos, Farn und jahrhundertealten Buchen. Weg von technischen Lumenwerten und Farbwiedergabeindizes, hin zu den feinen Abstufungen natürlichen Lichts, das durch Wolken und Blätterdach fiel. Licht, das niemand geplant hat. Das sich ändert, wenn ein Ast sich bewegt. Das riecht, wenn der Waldboden nass ist.
Es ist ein anderer Blick. Und ein nötiger. Im Interview, das im Anschluss mit dem Bestsellerautor entstand, verdichtete sich dieser Eindruck in einem Satz: „Glühwürmchen sind wahre Meister der Effizienz und erzeugen bereits seit Jahrtausenden Licht nahezu ohne Wärmeverlust." Als Leuchtenhersteller wird man bei solchen Sätzen kurz demütig. Die Natur löst Probleme, an denen Ingenieure Jahrzehnte arbeiten: leiser, eleganter, ohne Abfall.
Wohlleben interessiert das Wechselspiel. „Lange haben wir gedacht, die Arten konkurrieren. Jeder gegen jeden. Doch das stimmt nicht. Es sind zusammenarbeitende Ökosysteme. Und das sollte auch für uns Menschen gelten. Wo soziales Miteinander und der Wille zum Kooperieren fehlt, zerfallen Gesellschaften."
Dieser Gedanke inspiriert Lightnet. Er findet sich in Produkten, die von organischen Formen und natürlichem Lichtverhalten lernen – wie die Liquid Line, aus der im Lightnet Hauptsitz in Köln ein Baum aus Licht gewachsen ist. Kein Symbol. Eine Haltung. Die Partnerschaft mit der Waldakademie ist erst der Anfang. Vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026 schützt Lightnet gemeinsam mit Wohllebens Waldakademie für jeden bestellten Meter Liquid Line einen weiteren Quadratmeter Urwald für 50 Jahre. Kunden werden so zu Mitgestaltern eines Projekts.
Wohlleben freut das. Denn Natur, sagt er, ist grundsätzlich ein kooperatives System.
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„Lange haben wir gedacht, die Arten konkurrieren. Jeder gegen jeden. Doch das stimmt nicht. Es sind zusammenarbeitende Ökosysteme. Und das sollte auch für uns Menschen gelten.“
Peter Wohlleben
Der Förster und Bestsellerautor über Energieeffizienz, Biorhythmus und die natürliche Intelligenz der Bäume.
Wenn Peter Wohlleben über den Wald spricht, wird die Natur lebendig – voller Beziehungen, Austausch und Balance. Im Gespräch mit Lightnet Journal erklärt der Förster, was Unternehmen und Designer*innen von Ökosystemen lernen können: Kooperation statt Konkurrenz, kluge Energienutzung und ein harmonisches Zusammenspiel von Licht und Leben.
Energieeffizienz – die Lichtökonomie der Natur
Lightnet Journal: „Der Wald arbeitet mit erstaunlicher Effizienz: kein Lichtstrahl wird verschwendet, jedes Blatt nutzt das verfügbare Spektrum optimal. Was können wir als Leuchtenhersteller aus dieser Lichtökonomie der Natur lernen?“
Peter Wohlleben: „Natur versucht, so wenig Energie wie möglich in Wärme umzuwandeln, erklärt Wohlleben. Das haben wir in der Technik erst nach und nach verstanden. Früher haben Glühbirnen mehr geheizt als geleuchtet – die Natur macht das seit 4,2 Milliarden Jahren besser. Leuchtkäfer etwa erzeugen Licht nahezu ohne Wärmeverlust. Auch Bäume speichern Energie effizient – sie strahlen keine Wärme ab, sondern wirtschaften mit minimalem Energieeinsatz. Das sichert Stabilität in Ökosystemen. Wir Menschen könnten davon viel lernen.“
Biophilic Design: Wie Natur Räume heilt
„In der Architektur und im Design sprechen wir oft von Biophilic Design – also der Verbindung von Natur und gebautem Raum. Wie lässt sich aus Ihrer Sicht die Natur wirklich ‚spürbar‘ in Räume bringen?“
„Der Ansatz, Natur in Innenräume zu bringen, ist wissenschaftlich belegt. Allein die Farbe Grün steigert die Schmerztoleranz und wirkt beruhigend. Echte Pflanzen verstärken diesen Effekt, weil unser Körper evolutionär auf natürliche Ökosysteme reagiert. Auch Vogelgesang wirkt antidepressiv – selbst aus der Konserve. Nur eines sollte man vermeiden: Mooswände. Viele stammen aus illegaler Wildsammlung. Kunstpflanzen oder nachhaltige Naturmaterialien wie Holz kombiniert mit Pflanzen und der passenden Beleuchtung sind eine bessere Wahl.“
Brauchen Pflanzen Dunkelheit?
„Bäume unter Straßenlaternen können nachts keine freien Radikale abbauen. Sie schlafen nicht richtig, die Blätter verdicken sich, die Bäume leben kürzer. Außenbeleuchtung sollte daher ab einer bestimmten Uhrzeit ausgeschaltet werden – sie stört Pflanzen und Tiere, die sich am Mondlicht orientieren“, erklärt Wohlleben.
Das Beispiel zeigt, wie stark künstliches Licht biologische Prozesse beeinflusst – nicht nur bei Pflanzen. „Unser Biorhythmus ist darauf gepolt, dass sich das Licht im Tagesverlauf verändert. Wenn wir das bei Beleuchtungssystemen berücksichtigen, fördern wir Gesundheit und Wohlbefinden.“
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Peter Wohlleben
„Glühwürmchen sind wahre Meister der Effizienz und erzeugen bereits seit Jahrtausenden Licht nahezu ohne Wärmeverlust“
Mögen Pflanzen Streicheleinheiten?
Peter Wohlleben: „Viele Menschen streicheln ihre Pflanzen – und sie haben recht, das hilft tatsächlich. Pflanzen wachsen dadurch stabiler. Sie interpretieren die Berührung nicht als Zuneigung, sondern als mechanischen Reiz – ähnlich wie in der Natur, wenn ein Tier vorbeistreift. Sie reagieren darauf, indem sie ihren Wuchs kompakter und widerstandsfähiger machen. Das ist ein spannendes Beispiel dafür, wie sensibel Pflanzen auf ihre Umwelt
reagieren.“
Wie geht es den Wäldern der Welt?
Peter Wohlleben: „Je natürlicher ein Wald, desto besser geht es ihm. Leider bezeichnen wir heute viele Plantagen als Wälder. Diese sind anfällig für Hitze, Trockenheit und Extremwetter. Das sehen wir in Deutschland, Kanada, Australien oder im Amazonas gleichermaßen. Intakte Naturwälder dagegen sind erstaunlich robust. In Tschernobyl etwa hat sich auf über 2.000 Quadratkilometern eine vielfältige Wildnis zurückgebildet – ein Beweis für die enorme Erholungskraft der Natur.
Wälder wollen es kühl und feucht, weltweit. Wenn wir ihnen mehr Raum geben, können sie sich regenerieren. Internationale Abkommen wie das Montreal-Protokoll oder die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur zeigen, dass das erkannt wurde. Selbst in China wird inzwischen viel für den Waldschutz getan. Die Situation ist kritisch, aber noch nicht verloren. Die Welt hat das erkannt – jetzt müssen wir handeln.“
Text: Mathias Siebel
Fotografie: Wohllebens Waldakademie
Ein Stück Urwald für morgen
Wie Lightnet gemeinsam mit Wohllebens Waldakademie ein Stück Wald im „Wildnisjuwel Lohmar“ für mindestens fünfzig Jahre schützt.
Licht ist Wachsen Design
Eine Lichtlinie wird zum Baum. Eine Geschichte, die im Raum beginnt und zurück in den Wald führt.