Außen preußische Kaserne: Backstein, Zinnenkranz, fast 200 Jahre Stadtgeschichte. Innen Beratungsgespräche, Schulungen, Konferenzen.
Interior-Designerin Susanne Philippson hat das Gebäude der Mittelbrandenburgischen Sparkasse am Luisenplatz in Potsdam mit ruhiger Hand angefasst: Neue Elemente ergänzen die historischen Räume, ohne ihre Wirkung zu überdecken. Auch das Licht reagiert je nach Bereich unterschiedlich auf die historischen Räume.
Was man von außen nicht sieht: Die Mauern des ehemaligen Garde-Ulanen-Regiments sind massiv, die Grundrisse tief. In vielen Bereichen der neu gestalteten Schulungs- und Konferenzräume kommt nur wenig Tageslicht an. Das Kunstlicht übernimmt deshalb mehr als eine rein funktionale Aufgabe. Es strukturiert die Räume und schafft unterschiedliche Lichtstimmungen.
In Fluren und Übergangsbereichen gliedern rechteckige Matric-Leuchten die langen Raumachsen und erleichtern die Orientierung.
In den Schulungs- und Konferenzräumen greifen lineare Matric-Leuchten die rechtwinklige Architektur auf. Direktes und indirektes Licht lassen sich getrennt steuern: hell und gleichmäßig für konzentriertes Arbeiten, zurückgenommen für Präsentationen. Zusammen mit den akustisch wirksamen Deckenelementen entstehen ruhige, klar gegliederte Räume.
Im Aufenthaltsbereich verändert sich das Bild. Eine mäandernde Tischform lockert die Strenge der Konferenzzonen auf. Polygonale Liquid Line-Leuchten hängen in Gruppen unter der offenen Decke, unterschiedlich geneigt und teilweise überlappend. Nicht wie Beleuchtung. Eher wie Zeichnung.
„Das Zusammenspiel aus direkter und indirekter Beleuchtung, linearen Lichtstrukturen und akzentuierenden Sonderformen verbindet die unterschiedlichen Raumzonen zu einem gemeinsamen Konzept“, sagt Susanne Philippson. „So entsteht trotz der begrenzten Tageslichtsituation eine helle und flexible Arbeitswelt, die den Charakter des historischen Gebäudes bewahrt.“