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Sofa, Teppich, Pflanze: Und das Licht?

Arbeiten können wir heute fast überall. Am Küchentisch, im Zug, zu Hause oder irgendwo dazwischen. Das Büro ist damit nicht überflüssig geworden. Nur seine Aufgabe hat sich verändert.

Das Büro hat einen neuen Job. Eigentlich gleich mehrere. Es ist Arbeitsplatz, Treffpunkt und Rückzugsort. Ganz schön viel für einen Raum, der früher vor allem Schreibtische beherbergen musste.

Und vielleicht erklärt genau das, warum Büros heute anders aussehen. Weicher. Wärmer. Manchmal verdächtig wohnlich. Teppiche liegen dort, wo früher Schreibtischstühle über Hartboden ratterten. Holz ist längst kein Exot mehr. Pflanzen waren vermutlich schon vorher da. Und auch das Licht darf inzwischen mehr, als Schreibtische ordentlich auszuleuchten. Natürlich steht irgendwo trotzdem ein Sofa.

Nur: Macht ein Sofa ein Büro schon wohnlich?

Heller Lounge-Bereich mit rotem Sofa, üppiger Begrünung und runden Deckenleuchten.

Wohnlich ist kein Einrichtungsstil

Eher nicht. Sonst wäre die Sache ziemlich einfach. Sofa rein, Teppich drunter, Pflanze daneben. Fertig ist das neue Büro.

Nur fühlt sich ein Raum nicht automatisch anders an, weil die Möbelliste eine andere ist. Wohnlichkeit beginnt eine Ebene darunter.

Bei der Frage, ob man bleiben möchte oder nur seinen Arbeitstag absolviert. Ob es einen Ort für das Gespräch zu sechst gibt und einen, an dem niemand mithört.

Vielleicht ist Wohnlichkeit deshalb weniger das, was in einem Raum steht, als das, was er möglich macht.

Ein Ort, zu dem man gerne kommt

Manches gelingt gemeinsam besser. Ob man dafür gerne ins Büro kommt, hängt auch davon ab, wie sich der Raum anfühlt.

Lounge-Bereich mit organisch geformten Sitzmöbeln und großformatigen, kreisförmigen Deckenelementen mit integrierter Beleuchtung.

Heller Lounge-Bereich mit pastellfarbenen Möbeln, grüner Wand und großer ringförmiger Pendelleuchte.

Aus einer Fläche werden Orte

Beim Licht verhält es sich ähnlich. Eine wärmere Farbtemperatur oder weniger Helligkeit allein machen ein Büro noch nicht wohnlich. Ein Schreibtisch wird schließlich nicht wohnlicher, wenn er schlechter beleuchtet wird.

Wird eine weite Bürofläche überall auf dieselbe Weise beleuchtet, bleibt sie eine Fläche. Rückt das Licht näher an einen Tisch oder eine Sitzgruppe, hebt sich dort ein Ort ab.

Eine Stehleuchte neben dem Sofa gehört als freistehendes Objekt zur Einrichtung. Eine tief hängende Leuchte sitzt näher am Tisch als an der Decke. Beide prägen den Raum, bevor sie eingeschaltet werden.

Eingeschaltet wirken beide über ihre Form hinaus. Die Form einer Leuchte endet am Gehäuse. Ihr Licht nicht. Es muss zu dem passen, was an diesem Ort geschieht. Klappt an der Sitzgruppe plötzlich jemand den Laptop auf, darf die Beleuchtung nicht beim guten Aussehen aufhören.

Eine Stehleuchte neben dem Sofa macht noch kein wohnliches Büro. Es kommt darauf an, ob aus der Ecke mit dem Sofa ein eigener Ort wird.

Normgerecht und trotzdem unsicher Deep Dive

Ein Raum kann normgerecht beleuchtet sein und trotzdem schwer lesbar bleiben. Wie Kontraste, Blendung und die Verteilung des Lichts darüber entscheiden, ob Orientierung gelingt.